Geschichte

Wenn auch nicht sehr alt, so schreibt das Grabneralmhaus doch eine lange Geschichte. Bevor es zur Schutzhütte wurde hatte das Haus zuallererst die Funktion als Almschulgebäude. Während des zweiten Weltkrieges wurde es vorwiegend als Erholungsheim für Kriegsverwundete genutzt und nach dem Krieg diente es bis 1964 Urlaubern als Wintersportheim.

Der Bau des Grabneralmhauses wurde vom ersten Direktor der landwirtschaftlichen Fachschule Grabnerhof, einem Schweizer Dr. Paul Schuppli begonnen. Sein Ziel: eine "Landesschule für Alpwirtschaft", die erste dieser Art. Schuppli war es ein großes Anliegen, Almwirtschaft zu optimieren und es wurden Alpwirtschaftskurse - der erste bereits 1906 - auf der Grabneralm abgehalten. Neben dem praktischem Unterricht auf der Alm umfaßte der theoretische Lehrplan Alpbetrieb, Alpbauten, Almverbesserungen, Waldwirtschaft und Viehbeurteilung.

Dazu stand erst nur ein kleines Almgebäude zur Verfügung. Da dieses für die Abhaltung der Kurse bald unzweckmäßig wurde schritt man zur Planung des heutigen Grabneralmhauses. 1913 mit dem Bau des Hauses begonnen, so wurde dieser durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges unterbrochen. Auch die Alpwirtschaftskurse waren bis 1921 eingestellt. Erst 1925, als Schuppli bereits im Ruhestand war, wurde der bestehende Rohbau teilweise wieder abgetragen, und das Grabneralmhaus schlußendlich, für die mittlerweile geänderten Bedürfnisse ausgestattet, fertiggestellt. Das neue Alpschulgebäude wurde dann erstmals 1927 als solches verwendet.

 

Während des zweiten Weltkrieges wurde das Grabneralmhaus von verwundeten Fliegern der deutschen Wehrmacht als Erholungsheim genutzt. Einem der Veteranen gefiel es auf der Alm so gut, dass er das Grabneralmhaus nach dem Krieg als Wintersportheim führte. Hans Kronberger gilt als der erste Pächter des Hauses, wenn auch anfangs nur in der Zeit von Oktober bis März. Im Sommer wurden weiterhin die Alpwirtschaftskurse des Grabnerhofs abgehalten.

 

 

Die "Seilbahn Gesellschaft Grabneralm" erbaute 1952 eine Materialseilbahn von der Buchau über den Walfinggraben zum Grabneralmhaus. Sie wurde mit einem Dieselmotor von der Bergstation aus betrieben. Von den Pächtern wurde außerdem ein kleiner Schlepplift hinter der Hütte errichtet. In dieser Zeit wurde das Grabneralmhaus schon ganzjährig verpachtet.

In den 1960er Jahren war das Haus erstmals elektrifiziert worden. Ein kleines Wasserkraftwerk versorgte damals bereits das Grabneralmhaus mit "Öko-Strom". Das Wasserkraftwerk fiel aber vermutlich kurze Zeit später einer Lawine zum Opfer.

 

Ab 1964 pachtete der Alpenverein - Sektion Admont die Hütte und verpachtete sie bis 1979 an verschiedene Sub-Pächter weiter. 1972 wurde das Haus mit einer Propangasanlage ausgestattet. 1974 wurde die Zufahrtsstraße Tonner - Ehamsbergeralm - Grabneralm erbaut.   

 

Ab Mai 1979 ging die Pacht zum Alpenverein - Sektion St. Gallen über. Die Seilbahnanlage wurde stillgelegt, die Zufahrtsstraße für Allradfahrzeuge fahrbar gemacht. Da der Alpenverein kein Interesse mehr an der Pacht hatte wurde 1990 die Alm wieder an eine Privatperson verpachtet. 2001 wurde eine biologische Pflanzenkläranlage errichtet.

Im Frühjahr 2011 wurde ein neues Wasserbasin und somit eine zuverlässige Trinkwasserversorgung zur Hütte erbaut. Es öffnete die Ziegenschaukäserei der LFS-Grabnerhof und im Spätherbst 2011 ging das zu der Versorgung der Käserei erbaute Wasserkraftwerk in Betrieb. Das Grabneralmhaus wurde an die Stromversorgung angeschlossen und es stehen wieder ein paar KW Strom zur Verfügung. Das laute und stinkende Dieselaggregat wird damit nur mehr sehr selten in Betrieb genommen.

 

Quellen: 

 

Chronik - 100 Jahre Grabnerhof. Land- und Forstwirtschaftliche Fachschule Grabnerhof. Liezen 1993.

 

Die Buchau - Chronik einer Waldlandschaft. M. u H. Walter. Hall bei Admont 1988.

 

 

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